Monthly Archives: Juni 2011

Togo: Kinder, denen durch unser Patenschaftsprogramm geholfen wird

Garten-Kooperative versorgt Schulkantine mit Gemüse in Animadé

Im Dorf Animadé im Norden Togos betreut die Jürgen Wahn Stiftung seit 2005 rund 120 Schulkinder mit einem Patenschaftsprogramm. Dadurch bekommen die Mädchen und Jungen der sechsjährigen Grundschule alle zwei Jahre ihre Schulkleidung, jährlich das erforderliche Lernmaterial und täglich eine warme Mahlzeit aus der Schulkantine.

Die Nahrungsmittel werden auf dem Markt eingekauft. Aber frisches Gemüse und Kräuter sollen nun bald in einem eigenen Garten gewonnen werden. Dafür macht sich die Gruppe „Freunde der Jürgen Wahn Stiftung“ stark, die vor drei Jahren von engagierten Studenten und Auszubildenden gegründet wurde. Diese jungen Menschen stammen aus Animadé und fühlen sich der Entwicklung ihres Dorfes verpflichtet.

Mitglieder dieser Gruppe organisierten gemeinsam mit dem Gärtner Monsieur Agbarine aus Défalé die Bewirtschaftung eines etwa 2000 m2 großen eingezäunten Gartens. Dazu riefen Sie eine Garten-Kooperative ins Leben, der Dorfbewohner bei Zahlung eines kleinen Beitrags beitreten können. Aber auch die Schulkinder beteiligen sich im wöchentlichen Werkunterricht mit Begeisterung an der Gartenarbeit.

Ziel dieser Kooperative ist die regelmäßige Versorgung der Schulkantine mit frischem Gemüse sowie mit Kräutern und Gewürzen. Obstbäume sollen Schatten spenden, aber natürlich auch schmack- und nahrhafte Früchte wie Mango, Apfelsinen und Zitronen liefern. Mitten im Garten befindet sich ein umfangreiches Wasserbecken, das durch eine Solarpumpe aus einem Tiefbrunnen gespeist wird. Dieses Becken bietet die Grundlage für die Einrichtung einer Bewässerungsanlage mit sparsamer Tröpfchenbewässerung.

Dass die Bemühungen erfolgreich sein werden, zeigt ein 2007 begonnenes Pilotprojekt. Ein dabei angelegtes Beet liefert schon gute Ernten an Gemüse, Salat, Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Erdnüssen. Nun sollen weitere Flächen aufbereitet werden, wobei die Kooperative unter der Leitung des Gärtners eine sachgerechte und gewissenhaft durchgeführte Gartenpflege garantiert. Das erforderliche Kapital für die Anschaffung der Geräte, der Bewässerungsanlage, der Samen und Pflanzen stellte die Jürgen Wahn Stiftung schon mit einer Spende von 5.500 Euro zu Verfügung.

Klaus Dehnert, der als Patenschaftskoordinator den Ort Animadé in den beiden letzten Jahren besuchte, wird im Oktober 2011 gemeinsam mit Hans-Werner Gierhake aus Soest wieder dort sein, um zu sehen, wie weit das Projekt gediehen ist. Auf längere Sicht verfolgt er mit dem Gartenbauprojekt noch ein weiteres Ziel: Die Garten-Kooperative soll Schule machen und die Entwicklung von Hausgärten fördern.

Als spontane Initiative der Jugendlichen des Dorfes besitzt das Gartenbauprojekt auch eine politische Relevanz. Sie zeigt, dass die junge Generation Eigenverantwortung übernimmt, wie es bisher nur in Ansätzen der Fall war. Der Leiter der Kooperative, unser junger Freund Nandji Tantar, beschreibt sein Ziel folgendermaßen: „Wir wollen durch unsere Aktivitäten der Bevölkerung zeigen, dass wir selbst in der Lage sind, unsere Situation zu verbessern und wir danken der Jürgen Wahn Stiftung, dass sie uns bei diesen Bemühungen finanziell und ideell großzügig unterstützt“.

Togo: Klaus Dehnert im Gespräch mit Gründungsmitgliedern der Kooperative

Togo: Klaus Dehnert im Gespräch mit Gründungsmitgliedern der Kooperative

Togo: Mitglieder der Kooperative bei der Gartenarbeit, l. der Gärtner Agbarine

Togo: Mitglieder der Kooperative bei der Gartenarbeit, l. der Gärtner Agbarine

Togo: Kinder, denen durch unser Patenschaftsprogramm geholfen wird

Togo: Kinder, denen durch unser Patenschaftsprogramm geholfen wird

Dr. Christian Aponte und Klaus Schubert

Dr. Christian Aponte (Guatemala) zu Besuch

Dr. Christian Aponte und Klaus Schubert

Dr. Christian Aponte und Klaus Schubert

Am 31.Mai 2011 besuchte Dr. Christian Aponte die Jürgen Wahn Stiftung e.V. in Soest. Dr. Aponte ist der Partner der Jürgen Wahn Stiftung in Guatemala und zusammen mit seiner Frau Initiator von verschiedenen Projekte. Vor interessierten Zuhörern hielt er einen interessanten Vortrag über das Thema: „Trotz Armut und Gewalt in Guatemala: Chancen für eine bessere Zukunft.“ Eindrucksvoll schilderte er das Leben der armen Menschen am Rande des Existenzminimums. Er zeigte beispielhaft die Lebensumstände der Menschen auf, die in Armut und Hunger am Rande der Müllkippe in Guatemala leben. Dort, in dem Projekt „Casita Amarilla“, bietet er, mit der Organisation CAFNIMA und der Hilfe durch die Jürgen Wahn Stiftung, vor allem den Kindern eine Möglichkeit aus dem Dunstkreis der Müllkippe auszubrechen. Rund 150 Kinder erhalten hier eine Betreuung, erleben Gemeinschaft außerhalb von Banden und erhalten eine schulische Ausbildung. Ohne schulische Ausbildung würden sie ein Leben ohne Perspektiven auf Verbesserung haben.

Als weiteres Beispiel der erfolgreichen Arbeit schilderte Dr. Aponte  das Mikrokredite-Projekt. An diesem Projekt sind über 500 Personen beteiligt, die durch Kleistkredite von 150 $ die Möglichkeit erhalten, sich in eine Erwerbstätigkeit zu begeben. Dadurch schaffen sie eine Verdienstmöglichkeit und steigern vor allem ihr Selbstwertgefühl. Sie werden in die Lage versetzt, zur Ernährung der Familie beitragen zu können. Die Kredite werden verzinst und in Raten zurückgezahlt. Z.Z. gibt es keine Rückstände in der Rückzahlung des Geldes. Das Projekt soll noch auf 600 Personen ausgebaut werden. Dann ist der Punkt erreicht, dass dieses Projekt der Mikrokredite sich vollständig selber trägt.

Abschließend beantwortete Dr. Aponte noch spezielle Fragen. Auch freuten sich die beiden Praktikantinnen Marie und Saskia, die im letzten Jahr aus Soest in Guatemala gewesen sind, auf ein Wiedersehen.

Marie, Saskia und Dr. Christian Aponte

Marie, Saskia und Dr. Christian Aponte

Intressierte Zuhörer

Die Zuhörer lauschen der Übersetzung aus dem Spanischen von Klaus Schubert