Projekt: Argentinien
Die Fakten
- Kindertagesstätte "El Sembrador" ("der Sämann")
Argentinien ist der flächenmässig zweitgrößte Staat Südamerikas.
Die soziale Situation des Landes ist in mehrerlei Hinsicht durch eine starke Ungleichheit gekennzeichnet. So gibt es ein sehr großes Wohlstandsgefälle zwischen Ober- und Unterklasse. Die ärmsten 40 % der Bevölkerung müssen sich mit nur zehn Prozent des gesamten Volkseinkommens zufriedengeben. Wer es sich leisten kann, der verlässt die großen Zentren wie die Hauptstadt Buenos Aires und wohnt in den Vorstädten.
El Sembrador

Kindergartenkinder, Erzieherinnen und Eltern vor dem neuen Haus der Tagesstätte "El Sembrador" (Der Sämann).
Hinter Ezeiza, dem internationalen Flughafen von Buenos Aires liegt “La Union”, ein Armenviertel. Dort leben heute 5.000 Menschen, die zumeist aus dem Landesinneren kamen, wo die Lebensbedingungen besonders schlecht sind. Mit gering bezahlter Arbeit verdienen sie aber auch hier manchmal nicht das Nötigste um zu überleben. Die hohe Arbeitslosenquote, die auf über 50% gestiegen ist, und die schwierige Wirtschaftslage machen das Leben der Menschen noch erbärmlicher.
Im Jahre 1991 finanzierte die Jürgen Wahn Stiftung e.V. in Ezeiza in Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe e. V. den Bau der Kindertagesstätte “El Sembrador”. Dort wird seitdem mehr als 50 Kindern, Müttern und vor allem schwangeren Frauen ein Mittagessen angeboten. Der angeschlossene Kindergarten nimmt etwa 30 Kinder auf. Die gesamte Einrichtung wird von der “Evangelischen Kirche am La Plata” betreut. Auch für die Jugendlichen und Erwachsenen von “La Union” wird gesorgt. Für sie gibt es Werkstätten, in denen sie einfache Tätigkeiten wie das Nähen und Tischlern erlernen können.
“El Sembrador” verlässt sich nicht nur auf Spenden aus dem Ausland.
- Man führt selbst Sammelaktionen durch, verkauft Karten und betreibt einen second-hand-Laden.
- Für die Anschaffung von Nähmaschinen und gebrauchten Computern spendete die Jürgen Wahn Stiftung im Jahr 2003 insgesamt 5.000 Euro .
- Auch ein Bio-Garten wurde eingerichtet, in dem eigenes Gemüse herangezogen wird.
Passend zur Idee des Bio-Gartens lautet der Name der Kindertagesstätte “Der Sämann” (“El Sembrador”). El Sembrador
Die Leiterin der Tagesstätte über die Ziele des Projekts
Cristina Kilian ist Diakonin und Leiterin der Tagesstätte “El Sembrador”. Sie schreibt uns:
Hauptziele der Förderung liegen im Bereich der Bildung, Weiterbildung und in der Erziehung, sowohl der Kinder als auch der Erwachsenen. Das Arbeitsteam versucht in verschiedener Weise die Menschen dazu zu bringen, selbständig zu werden. Dabei helfen die Arbeitsgemeinschaften “Bio-Garten” und “Nudel- und Brot-AG”. Einmal in der Woche treffen sich die Teilnehmer und besprechen unter Anleitung der Leiterin des Projekts, wie die vergangene Arbeitswoche verlaufen ist und planen die nächste Aktion. Zu Anfang war es schwer, die Frauen und Männer zu selbständigen Entscheidungen zu motivieren. Ihnen fehlte die positive Erfahrung, was das Gelingen von eigenverantwortlichen Projekten betrifft. Viele von ihnen sind schon jahrelang arbeitslos und haben sich damit zufrieden gegeben, von dem zu leben, was sie durch Spenden vom Staat, der Gemeinde oder privaten Trägern ergattern konnten. Das Vertrauen in ihre eigene Arbeitsfähigkeit und Kreativität muss bei den meisten noch entwickelt werden.
Menschen, denen wir vertrauen können, bilden die Grundlage unseres Engagements in fremden Ländern.
Eine lesenswerte Darstellungder Geschichte, Ziele und Aktivitäten der Tagesstätte “El Sembrador” 2009 mit einer Beschreibung der Lebensbedingungen in “La Union”: C. Kristian über die Entstehung, die Lage und die Zukunft der Tagesstätte “El Sembrador” in Argentinien.








