Projekt: Tansania
Die Fakten
- Artemisia-Anbau gegen Malaria am Victoria-See
Tansania in Ostafrika ist eines der ärmsten Länder Afrikas. Die Gesundheitsversorgung ist schlecht, die Säuglingssterblichkeit liegt bei knapp 10 % und die Lebenserwartung bei durchschnittlich nur 45 Jahren. Jeder Fünfte ist mit HIV infiziert. Das starke Bevölkerungswachstum führt zur Verdopplung in etwa 20 Jahren. 44% der Bevölkerung sind jünger als 14 Jahre. Dass mehr als 100 Stammes-Sprachen (meist Bantu-) gesprochen werden, ist der medizinisch-gesundheitlichen Aufklärung nicht gerade förderlich.
Von den 41 Mio. Tansaniern sterben pro Jahr 100.000 an Malaria, 14 bis 19 Mio. erkranken, wobei die Mehrheit Kinder und Schwangere sind. Der Großteil der ambulanten Patienten kommt wegen Malaria zum Krankenhaus. Die Behandlung der Malaria belastet auch den Staatshaushalt sehr spürbar. Hoffnung setzt man heute auf die Pflanze Artemisia annua. Sie enthält Stoffe, die gegen Malaria-Erreger wirksam sind. In Tansania und in Kenia prüft man seit einige Jahren die Anbaumöglichkeit dieser Pflanze, die schon von den alten Chinesen als Anti-Malaria-Mittel eingesetzt wurde. Gegenüber ihren Wirkstoffen wie z.B. Artemisinin haben die Parasiten noch keine Resistenz entwickelt.
Anbau von Artemisia-Pflanzen gegen Malaria
Tausende sterben dort jährlich am Wechselfieber, wie diese Erkrankung auch genannt wird. Im Blut der Erwachsenen und Kinder vermehren sich mikroskopisch kleine Malaria-Erreger, die von einer Mücke übertragen wird. Periodisch erzeugen sie heftige Fieberschübe, gefolgt von Schüttelfrost. Die Erkrankten verlieren nach und nach ihre Widerstandskraft, und wenn nichts dagegen unternommen wird, verläuft die Krankheit tödlich.
Die Medikamente, die von der Pharmaindustrie angeboten werden, sind für die meist arme Landbevölkerung zu teuer. Manche dieser Arzneien verlieren auch schon ihre Wirkung. Nun soll die Pflanze Artemisia annua helfen, die man seit alters in China gegen fiebrige Erkrankungen einsetzt. Die Jürgen Wahn Stiftung hilft, diese Pflanze in Dörfern, die in der Nähe des Victoria-Sees liegen, anzubauen und zu verarbeiten.
Projekt gegen Malaria-Erkrankung in Ntongo bei Bukoba
Seit August 2006 fördert die Jürgen Wahn Stiftung ein Anti-Malaria-Projekt in der Ortschaft Ntongo westlich des Victoria-Sees. Mit einem Startkapital von 11.000 Euro unterstützten wir in den Monaten August/September die Einwohner von Ntoma bei der
Einrichtung einer Anbaufläche für Artemisia-Pflanzen. Hierzu musste das Gelände zunächst durch einen starken Zaun gegen nomadisierende Viehherden und unbefugten Zutritt gesichert werden. Eine ausreichend große Zisterne von 30.000 Litern Fassungsvermögen wurde gebaut, die übers Jahr für eine gleichmäßige Bewässerung sorgt. Danach ging es daran, die Fläche von Wildwuchs zu reinigen. In einem neu errichteten Gebäude wird später die Ernte unterbracht und in kleine Plastikbeutel abgefüllt. Zum Schluss werden Gebrauchsanleitungen in den verbreitetsten Landessprachen hergestellt, damit die Teeblätter verteilt werden können. Artemisia










